Hautinfektionen


Hautinfektionen – Behandlung durch Fachärzte

Hautinfektionen werden beim Hausarzt, dem Dermatologen oder dem Chirurgen behandelt, häufig ziehen die Kollegen der anderen Fachrichtungen einander hinzu. Auch der Chirurg muss nicht immer schneiden.

Hautinfektionen – Haut, das größte Organ

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Daher bietet sie Keimen die breiteste äußere Angriffsfläche. In der Haut befinden sich Talgdrüsen, die eine fettige Substanz absondern. Dadurch wird die verhornte Oberfläche der Haut weich und geschmeidig gehalten.
Unter der Haut befindet sich ein weit verzweigtes System aus Spalten, in denen der Körper eine Gewebsflüssigkeit bewegt, die wir Lymphe nennen.

Hautinfektionen – die Erreger

Für Hautinfektionen kommen als Erreger kommen Bakterien, Viren und Pilze in Frage, wobei die bakteriellen Infekte im chirurgischen Bereich weit überwiegen.

Auf der Haut leben Bakterien, die wir zum Überleben brauchen, die so genannte Hautflora.
Aus den verschiedensten Gründen kann es zu Veränderungen im Gleichgewicht dieses Systems kommen, das Resultat ist eine Infektion mit Bakterien.
Wenn dieser Infekt das Lymphsystem befällt, sprechen wir von einer Lymphangitis, im Volksmund bekannt als „Blutvergiftung“. Man sieht, vom Infektherd ausgehend, den berühmten roten Streifen.
Ein flächiger Infekt zeigt sich durch brandige, flammende Rötungen, die wir als Phlegmone oder Erysipel bezeichnen. Der Volksmund kennt die „Wundrose“.

Hautinfektionen - Konservative Behandlung

Hier erfolgt die Behandlung der Hautinfektionen durch Antibiotika, kühlende und desinfizierende Verbände sowie Ruhigstellung. Im Extremfall ist sogar eine Gipsbehandlung erforderlich.
Beim Befall des Gesichtes der Hautinfektion besteht Sprech- und Kauverbot.
Wenn ein Infekt sich in der Tiefe des Gewebes unter der Haut ausbreitet, entsteht eine eitrige Einschmelzung, die man medizinisch als Abszess bezeichnet. Eiteransammlungen müssen bis auf ganz wenige Ausnahmen immer entlastet werden, das heißt, man muss die Eiterhöhle öffnen und den Inhalt ablassen. Wird dies versäumt, kann der Infekt unter der Haut immer größer werden, manchmal schmelzen sich Entzündungsherde wie kleine Tunnel durch das Gewebe, wir sprechen dann von einer Fistel.
Die ernsteste Komplikation stellt bei Hautinfektionen der Einbruch in das Blutgefäßsystem dar. Man bezeichnet das als eine Sepsis. Die Sepsis ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand und muss in der Regel auf einer Intensivstation behandelt werden.

Hautinfektionen - Operation

Ein Abszess muss großflächig eröffnet werden, außerdem sollte man das infizierte Gewebe mit ausschneiden, da es meistens schon irreparabel geschädigt ist. Den verbleibenden Defekt muss man offen behandeln. Eine Wundnaht verschließt die Höhle zwar an der Oberfläche, es bilden sich jedoch unweigerlich Flüssigkeitsansammlungen, die einen perfekten Nährboden für den nächsten Abszess darstellen.
Die Wundhöhle der Hautinfektion wird durch ein so genanntes Wundmanagement gepflegt und offen gehalten, bis sich der Defekt mit sauberem Narbengewebe gefüllt hat. Erst wenn das Niveau der Haut erreicht ist, erlaubt man der Wundfläche, sich zu verschließen. Je nach Wundgröße kann eine solche Heilung mehrere Wochen dauern.

Wünschen Sie weitere Informationen:
Hier geht es zum Fachbereich "Chirurg Mönchengladbach - Chirurgie"

 Drucken - Zuletzt bearbeitet: 04.11.2010