Bandscheibenvorfall behandeln – ohne Operation?

Darstellung des SpinaFX-Verfahrens: Sauerstoff-Ozon-Mischung wird in die Bandscheibe gespritzt

Minimalinvasive Sauerstoff-Ozon-Therapie als ambulante Behandlung – bildgesteuerter Eingriff zur Reduzierung von Bandscheibenmaterial, Nervendruck & Schmerzen als Alternative zwischen Therapie und OP.

Ein Bandscheibenvorfall kann erhebliche Beschwerden verursachen: Rückenschmerzen, Schmerzen im Bein, Taubheitsgefühle oder eine Reizung der Nervenwurzel. Wenn konservative Behandlungen wie Medikamente, Physiotherapie oder gezielte Infiltrationen nicht ausreichend helfen, steht häufig die Frage nach einer Operation im Raum.

Ambulanter Eingriff

Das ALBERTUS ZENTRUM in Mönchengladbach ist ein hochmodernes medizinisches Leistungszentrum, das seine Patienten ganzheitlich behandelt. Und das dabei auf Spitzentechnologie setzt, um seinen Patienten so schnell, aber auch so gründlich und schonend wie möglich eine fundierte Diagnose für eine individuell angepasste Therapie stellen zu können. Eine aktuelle, minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit für einen Bandscheibenvorfall ist die intradiskale Sauerstoff-Ozon-Therapie. Dabei wird unter präziser Bildkontrolle eine dünne Nadel bis in die betroffene Bandscheibe geführt. Über diese Nadel wird eine definierte Mischung aus Sauerstoff und Ozon eingebracht.

Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. Das Wirkprinzip besteht unter anderem darin, dass Ozon auf Bestandteile des Bandscheibengewebes einwirkt. Dadurch kann sich das Volumen des vorgefallenen beziehungsweise vorgewölbten Bandscheibenmaterials verringern. Der Druck auf die gereizte Nervenwurzel kann dadurch nachlassen. Zusätzlich werden entzündliche Prozesse beeinflusst, die bei einem Bandscheibenvorfall wesentlich zur Schmerzsymptomatik beitragen können. Insgesamt soll die Methode Rücken- und ausstrahlende Beinschmerzen reduzieren.

Das Verfahren ist nicht grundsätzlich neu. Intradiskale Ozonbehandlungen werden international seit Jahren untersucht und in verschiedenen Ländern klinisch eingesetzt. Wissenschaftliche Studien und mehrere Metaanalysen zeigen eine relevante Verbesserung von Schmerzen und Funktion bei ausgewählten Patienten mit lumbalem Bandscheibenvorfall. Eine im Jahr 2024 veröffentlichte Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Behandlung insbesondere gegenüber konservativen Verfahren und Steroidinjektionen günstige Ergebnisse zeigen kann.

Klinische Weiterentwicklung

Das von SpinaFX entwickelte Verfahren verfolgt einen besonders standardisierten und bildgesteuerten Ansatz. Die Behandlung soll eine therapeutische Lücke zwischen konservativer Therapie und einer operativen Entfernung des Bandscheibenvorfalls schließen. Aktuelle klinische Studien untersuchen die Methode weiter systematisch; für das SpinaFX-Verfahren läuft inzwischen auch eine internationale klinische Weiterentwicklung.

Dr. Joseph Heussen im Interview: Neue Sauerstoff-Ozon-Therapie für ausgewählte Patienten – geringere Belastung und mögliche Alternative zur Operation

Herr Dr. Heussen, das ALBERTUS ZENTRUM bietet seinen Patienten eine neue, minimalinvasive Methode zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls an, die intradiskale Sauerstoff-Ozon-Therapie. Für wen kommt diese Behandlung infrage?

Dr. Joseph Heussen: Geeignet sein können insbesondere Patienten mit einem umschriebenen, noch in der Bandscheibe beziehungsweise ihrem unmittelbaren Zusammenhang befindlichen Bandscheibenvorfall, der Schmerzen oder eine Nervenwurzelreizung verursacht und bei denen eine ausreichend durchgeführte konservative Behandlung keine ausreichende Besserung gebracht hat. Aber: Nicht jeder Bandscheibenvorfall ist für dieses Verfahren geeignet. Eine genaue Untersuchung und die Beurteilung der MRT-Bilder sind deshalb Voraussetzung. Bei ausgeprägten neurologischen Ausfällen oder bestimmten Formen des Bandscheibenvorfalls kann weiterhin eine Operation die bessere oder notwendige Behandlung sein.

Worin liegt der Vorteil des neuen Verfahrens im Vergleich zu klassischen Behandlungsmethoden?

Dr. Heussen: Der wesentliche Vorteil des minimalinvasiven Vorgehens liegt darin, dass weder offene Operation noch die Entfernung von Wirbelknochen erforderlich sind. Die beabsichtigte Wirkung besteht darin, den Gallertkern der Bandscheibe teilweise zu dehydrieren und dadurch das Volumen und den Druck zu verringern. Insgesamt können durch diese Methode Belastung und Erholungszeit gegenüber einer klassischen Operation geringer sein.

Kann die intradiskale Sauerstoff-Ozon-Therapie eine Bandscheibenoperation ersetzen?

Dr. Heussen: Nein, aber die intradiskale Sauerstoff-Ozon-Therapie stellt eine interessante zusätzliche Behandlungsoption bei ausgewählten Patientinnen und Patienten dar. Sie ersetzt die etablierte Bandscheibenoperation nicht, kann aber bei geeigneter Indikation eine Möglichkeit sein, eine Operation zu vermeiden.

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Veröffentlicht am: 7. September 2026Kategorien: Orthopädie